Geburtsort.

Da das Stillen unmittelbar nach der Geburt beginnt, schauen Sie sich vorab nach einem geeigneten Geburtsort um, der Sie und Ihr Baby beim ersten Stillen optimal unterstützt. Direkt nach der Geburt sollte das gesunde Neugeborene sofort die Möglichkeit zum ungestörten Hautkontakt mit der Mutter haben. 

Dieser sollte auch nicht bis nach dem ersten Stillen unterbrochen werden – außer medizinische Gründe erfordern dies zwingend. Messen, Wiegen, Baden sind alles Maßnahmen, mit denen gewartet werden kann. Die Hebamme kann den Gesundheitszustand des Kindes auch bestimmen, wenn es bei Ihnen auf dem Bauch liegt. Die erste Untersuchung (U1) sollte nach dem ersten Stillen stattfinden.

Die sensible Phase nach der Geburt (Bonding), in der Mutter und Kind sich kennen lernen, sollte in einer entspannten, warmen und ungestörten Atmosphäre stattfinden. Das Bonding schafft optimale Bedingungen für einen gelungenen Stillstart. Sollte dies (meist aus medizinischen Gründen) nicht möglich sein, ist es wichtig, diese Phase so schnell wie möglich nachzuholen. Dennoch ist der Stillstart hierdurch häufig erschwert und Mutter und Kind benötigen mehr Unterstützung.

Das Baby hat nach der Geburt beste Bedingungen, um das Stillen zu beginnen. Es kann sogar selbständig vom Bauch der Mutter zur Brustwarze hoch robben und dort zu saugen beginnen. Genießen Sie diesen ersten wunderbaren Stillkontakt mit ihrem Kind. Die Hebamme wird Sie unterstützen, soweit es notwendig ist.

Sollte Ihr Baby zu Hause oder in einem Geburtshaus geboren werden, sind die Rahmenbedingungen für einen entspannten Stillbeginn meist ohnehin gegeben. Voraussetzung dafür ist eine komplikationslose Schwangerschaft. Ihre Hebamme wird Sie dazu gerne beraten.

Aber auch in der Klinik kann das Bonding optimal verlaufen.
Krankenhäuser, die durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „Babyfreundliches Krankenhaus“ zertifiziert sind, haben das Schaffen einer ungestörten Atmosphäre nach der Geburt, in der Mutter und Kind ununterbrochen Hautkontakt haben und in Ruhe stillen können, in ihren Standards fest geschrieben. Außerdem ist das gesamte Personal nach dem aktuellen Wissenstand zum Thema Stillen geschult. Eine Liste der zertifizierten Krankenhäuser finden Sie unter www.babyfreundlich.org

Natürlich wird auch in anderen Krankenhäusern das Bonding und das Stillen unterstützt. Fragen Sie bei der Wahl Ihres Geburtsortes am besten nach. Einige Anregungen dazu:

  • Wie sieht die Betreuung unter der Geburt aus (Personalschlüssel/ Beleghebamme)?
  • Finden Routinemaßnahmen (Messen, Baden, U1) erst nach dem ersten Anlegen statt?
  • Wird das Stillen gefördert? Wenn ja, wie ist das Personal geschult (regelmäßige Fortbildungen; „Babyfreundliches Krankenhaus“)?
  • Können Mutter und Kind nach der Geburt, auch außerhalb des Geburtszimmers, ununterbrochen zusammen bleiben (Rooming-In)?
  • Kann der Partner nach der Geburt bleiben (Familienzimmer)?
  • Wie wird das Stillen weiter unterstützt, wenn das Kind aus gesundheitlichen Gründen in die Kinderklinik verlegt werden muss? Wie sieht die Stillbegleitung nach einem Kaiserschnitt aus?
  • Wie unterstützt die nachsorgende Hebamme das Stillen? Ist ein Hausbesuch ab dem Geburtstag des Kindes möglich (wichtig bei ambulanten Geburten)?

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner, was Sie sich wün­schen für die Geburt und die ersten Stunden und Tage danach. Gerne stehen Ihnen die Hebammen in den Kreißsäalen und Geburtshäusern sowie die Kolleginnen, die Geburten zu Hause begleiten für weitere Informationen zur Verfügung. Informieren Sie sich, hören Sie auf Ihren Bauch und finden Sie den Geburtsort der zu Ihnen und Ihrer Familie passt.