Stillen im Wochenbett.

Stillen im Wochenbett

Auch wenn Mutter und Kind alle Voraussetzungen zum Stillen mitbringen, müssen sich beide erst einspielen. Das ist vergleichbar damit, das Tanzen zu erlernen. Beide Partner kennen die Schritte und doch erfordert es ein bisschen  mehr oder weniger Übung, bis es einen harmonischen Tanz ergibt.

Da viele der jetzigen Mütter selbst nicht oder nur kurz gestillt wurden, ist ein in der Familie  weiter gegebenes Stillwissen nicht mehr unbedingt vorhanden. Darum benötigen sie Fachfrauen wie die Hebamme, die die Mütter in dieser Zeit unterstützen. Aber auch die Hilfe und der Rat von Mutter zu Mutter ist eine wertvolle Unterstützung. Nehmen Sie schon in der Schwangerschaft Kontakt mit stillenden Müttern auf. Eine Stillgruppe kann ebenfalls schon vor der Geburt besucht werden.

In den ersten Tagen ist es wichtig, dass Sie das korrekte Anlegen erlernen. Dies ist die beste Prophylaxe gegen wunde Brustwarzen, die leider ein häufigeres Problem in den ersten Stilltagen sind. Eine leichte Empfindlichkeit beim Ansaugen ist am Anfang normal, diese sollte sich aber bessern, wenn die Milch zu fließen beginnt und im Laufe der anfänglichen Stillzeit verschwinden. Anhaltende Schmerzen beim Stillen sind nicht normal.

In den ersten Tagen erhält das Baby die wertvolle Vormilch, Kolostrum genannt, die besonders reich an Abwehrstoffen ist. Die zuerst kleinen Mengen sind genau auf den anfangs noch unreifen Verdauungstrakt des Babys abgestimmt. Durch das häufige Anlegen steigert sich die Milchmenge täglich. Häufig heißt sechs bis acht Mal am ersten Lebenstag und in den folgenden Tagen sogar zehn bis vierzehn Mal in 24 Stunden.

Die Gesamtzeit, die sie mit dem Stillen verbringen, nimmt nach den ersten Wochen wieder ab, so dass sich dann die deutliche Zeitersparnis gegenüber der Flaschenernährung bemerkbar macht. Ein Baby darf und sollte jedes Mal angelegt werden, wenn es die ersten Hungerzeichen zeigt. Ein eher schläfriges Baby muss eventuell geweckt werden. Gemeinsam mit ihrer Hebamme besprechen sie das Trinkverhalten ihres Babys. Die Hebamme sieht sich den Stillvorgang an und beobachtet die Gewichtsentwicklung des Kindes. Sie zeigt Ihnen, woran Sie außerdem noch das gute Gedeihen des Kindes selbst erkennen können. Das Vertrauen in Ihren Körper, ein Baby optimal ernähren zu können, wird von Tag zu Tag wachsen.

Bei Stillproblemen ist es wichtig, diese frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Besprechen Sie eventuelle Beschwerden oder Sorgen mit der Hebamme, um gemeinsam eine gute und schnelle Lösung zu finden.
In den ersten zehn Tagen nach der Geburt kommt die Hebamme täglich zum Hausbesuch, bei Problemen ist auch ein zweiter Hausbesuch am selben Tag möglich. Anschließend sind noch 16 weitere Konsultationen der Hebamme bis zum Ende des Wochenbettes (acht Wochen nach der Geburt) möglich. Die Häufigkeit der Hausbesuche richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen.