Ambulante Versorgung durch Hebammen neu denken – eine Vision

Andrea Sturm
ist Hebamme (von Klinik bis Hausgeburt), Supervisorin, Coach für Wechseljahre und macht Sterbe- und Trauerbegleitung, Fundraising sowie Setberatung für Filme. Zur Zeit ist sie erste Vorsitzende im Hebammen Verband Hamburg und berät Flüchtlingsfrauen in einer Folgeunterkunft in Hamburg. In einem europäischen Austausch hat sie Hebammenarbeit in Schweden kennengelernt.

Abstract
„Die Hebamme ist in der Übergangszeit vom Paar- zum Elternwerden die Primärversorgerin.“ NZFH 2011
Dieser Übergang ist ein natürlicher Prozess und verläuft physiologisch. Wie können wir Hebammenversorgung gestalten, die diesen Prozess gut unterstützt und gleichzeitig flexibles Arbeiten mit guter Bezahlung möglich macht. Hebammenversorgung gerät immer mehr als „Nachsorge“ in den Focus. Frauen suchen eine Hebamme für „nach der Geburt“. Diese Zeit macht ihnen die größten Sorgen. Was sie sich wünschen, ist vielleicht was anderes und wird gerade vielfältig wissenschaftlich untersucht. Die Bedürfnisse der Frauen passen sich dem reduzierten Angebot der Hebamme an.Wir haben eine Vision entwickelt.

Die Arbeitsprämisse ist: das System folgt der Frau und nicht die Frau dem System. Dies erfordert unserer Meinung nach ein gesellschaftliches Umdenken.

Hauptziel (ICM Prag 14): Hebammenleistungen müssen für die Frauen: verfügbar; zugänglich;niedrigschwellig und qualitativ hochwertig sein. Wir haben es als Arbeitstitel Hebammenzentrum genannt. Ein Ort, den Frauen als Erstes aufsuchen, nachdem der Schwangerschaftstest positiv ist, und den sie auch schon als Jugendliche oder Kind kennengelernt haben. Sichtbar! Wohnortnah! Ein offenes Haus!

Unsere Kernfragen sind:
Wie kann es gelingen, dass Frauen wieder normal gebären können?
Was brauchen Eltern, in Schwangerschaft, Geburt und Elternphase um „Selbstsicher“ entscheiden und handeln zu können?
Wie kann Hebammenarbeit aussehen, dass sie flexibel, gut bezahlt, bei der Frau zu Hause oder in einem entsprechenden Raum stattfinden kann?
Was ist in unterschiedlichen Regionen zu bedenken (Stadt/Land)?
Wie kann man es so gestalten, dass es auch als ein Gewinn von denjenigen gesehen wird, die es zahlen?

Ich nehme sie mit auf eine Reise in die Zukunft, und möchte mit Ihnen diskutieren was geht vielleicht schon jetzt, wo könnten wir ansetzen, was sind Ihre Gedanken?

Leiblichkeit als unhintergehbare Wirklichkeit

Prof. Dr. Sabine M. Dörpinghaus
Hebamme und Pflegewissenschaftlerin (Master of Science)
Professorin für Hebammenkunde und Gründungsmitglied des Kölner Kreises für humane Geburtskultur.
In der Gründungsphase und bis Dezember 2015 hatte sie die Leitung des Hebammenstudiengangs an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln inne.

Abstract
Nervt Sie auch das immer noch nicht ausgeräumte Vorurteil des neuzeitlichen Denkens, etwas sei um so objektiver je weniger subjektiv es ist? Ergreift Sie auch ein gewisses Unbehagen, wenn Sie sich die bestehenden Verhältnisse im Gesundheitssystem vergegenwärtigen? In der Gesundheitswirtschaft werden Menschen mittlerweile wie Dinge gehandelt und behandelt – und die Geburtshilfe bietet hier keine Ausnahme.

Begleiten Sie mich auf meinen Gedanken zur Abgrenzung von Mensch und Maschine. In einer Zeit, in welcher der Druck größer geworden und der Mut zur Veränderung kleiner geworden ist, kann nicht laut genug gesagt werden, dass es nicht um den Widerstreit zwischen Rationalem und Sentimentalem geht – sondern um leiblich Betreffendes .. in der Geburtshilfe unhintergehbar.

Parallele Symposien

A) Faktor SELBST

Annette Rück
Diplom-Pädagogin, Universität Bamberg
seit 1991 selbständig als Referentin, Beraterin und Coach, Trainerin und Supervisorin
Training und Schulung, Fort- und Weiterbildung, Ausbildung und Umschulung
bei Weiterbildungsinstituten und Hochschulen für MINT-Berufe und Sozialberufe
Train-the-Trainer und Multiplikatoren Seminare
Gesundheitsprävention nach § 20 SGB V
Gruppen- und Einzelcoaching

Abstract
Balance in den fünf Lebensbereichen
Priorisierung von Rollen in unterschiedlichen Lebensphasen
äußere und innere Stressfaktoren
nährende und zehrende Lebensinhalte
Unterscheidung von Unwesentlichem und Wesentlichem
Regenerations- und Genusstraining

 

B) Alter(n)sgerechte Arbeitsbedingungen

Sylvia Skrabs
ist ausgebildete Erzieherin und arbeitete in diesem Beruf von 1978 -1992 in Brandenburg und Berlin.
Seit 1992 war sie bei der ÖTV als Gewerkschaftsekretärin tätig. Zu ihren Aufgabenfeldern gehörten u.a. Sozialpolitik, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Frauenpolitik.
Ab 2001, mit Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, wechselte sie in die Tarifpolitische Grundsatzabteilung. Dort umfassen ihre Aufgabenfelder u.a. Arbeitszeitpolitik und die tarifpolitische Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen.

Abstract
Grundlagen zur Gestaltung alter(n)sgerechter Arbeitsbedingungen
Handlungsfelder guter Arbeit für Jung und Alt (z.B. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Gesundheitsschutz, Arbeitszeiten, Altersübergänge)

C) Schnupperwerkstatt „Wörter und Sätze“

Bettina Salis
Journalistin, Autorin, Hebamme

Abstract
Für das QM, um mit den Frauen und Familien in Kontakt zu treten, für die Dokumentation und vieles andere was die Hebammenarbeit betrifft: Schreiben gehört zur Hebammenarbeit dazu wie Sprechen und Berühren. Im besten Fall berühren wir durch schreiben.
Da schreiben ja eine Kulturtechnik ist die (fast) alle beherrschen, wird die Kunst des verständlichen Schreibens oft unterschätzt.
Ich schreibe, damit meine Adressaten mich verstehen – und ich möchte auch, dass sie meinen Text gerne lesen. Auch, weil ich weiß, dass viele nicht zu Ende lesen, wenn das Geschriebene zu umständlich oder unverständlich formuliert ist.
Möchte ich einen Text schreiben, mit dem ich mich anderen verständlich machen will, ist es wichtig eine Sprache zu kreieren, die einfach und ausdrucksstark, präzise und lebendig ist.
Anhand ausgewählter Beispiele für die Textgestaltung möchte ich Ihnen in dieser Veranstaltung Appetit auf das Schreiben machen und das Bewusstsein für eine verständliche Sprache schärfen.
Ich arbeite mit Kurzinputs, Übungen und Gruppenaufgaben.

D) Hebamme + Social-Media = Digital-Vernetzt! Brauch ich das wirklich?

Sebastian Schöneburg
Erste Selbstständigkeit mit 16 Jahren
▸ Hobby zum Beruf gemacht
▸ Gründer von Projekt-Pitcher
▸ Key-Account Manager eines Softwareunternehmens
▸ Gesellschafter einer Immobilienfirma
▸ Berater für kleine und mittelständige Unternehmen (Schwerpunkt: Vertrieb und Onlinemarketing)

Die private Wahlleistungsvereinbarung - Grenzen und Möglichkeiten

Armin Octavian Hirschmüller
Gesellschafter hirschmüller :: rechtsanwälte Hannover
Fachanwalt für Medizinrecht
2009/2010 Lehrbeauftragter FH Hannover
2011/2012 Lehrbeauftragter FH Hannover
2013 Lehrbeauftragter Hochschule Fulda
2015 Lehrbeauftragter Ev. Hochschule Berlin
Rechtsstelle des Deutschen Hebammenverband e.V.

Abstract
Die Vergütung für die hebammenhilfliche Betreuung einer gesetzlich krankenversicherten Dame richtet sich abschließend nach den Vorgaben des Vertrages über die Versorgung mit Hebammenhilfe gemäß § 134a SGB V, welcher zwischen den maßgeblichen Hebammenberufsverbänden und dem GKV-Spitzenverband geschlossen wird. Dieser legt konkret und verbindlich fest, für welche Leistung und in welcher Höhe die gesetzlichen Krankenversicherungen eine Vergütung an die freiberufliche Hebamme zu leisten haben. Der Vertrag nach § 134a SGB V legt aber darüber hinaus fest, dass der gesetzlich Versicherten für die Erbringung dieser von Vertrag umfassten Leistungen keine zusätzlichen (privaten) Kosten entstehen dürfen.

In der Praxis entsteht dadurch nicht selten ein Spannungsverhältnis zwischen den Vorgaben des Vertrages nach § 134a SGB V einerseits und (zusätzlichen) Vergütungsvereinbarungen, welche die freiberufliche Hebamme mit der gesetzlich Versicherten im Rahmen der Betreuung trifft, andererseits.

Der Vortrag soll daher eine kurze Auskunft darüber geben, welche (zusätzlichen) Vergütungsvereinbarungen die freiberufliche Hebamme mit der gesetzlich Versicherten treffen darf und welche gegen den Vertrag nach § 134a SGB V verstoßen. Auch soll kurz darauf eingegangen werden, wie derartige Vergütungsvereinbarungen im Verhältnis zu der Privatgebührenordnung des Landes Berlin.