Aktuelles.
22.08.2010
Mahnwache der Hebammen am 19.08.2010
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Auf bundesweiten Mahnwachen kämpfen wir Hebammen für eine angemessene Bezahlung und für eine Sicherung unserer Existenz. Jeden Donnerstag werden vom 1. Juli bis 14. Oktober 2010 in jeweils einem der 16 Bundesländer Mahnwachen durchgeführt.
Am 19.August, von 12 bis 14 Uhr, fand vor dem Haus des Spitzenverband Bund der Krankenkassen in Berlin-Mitte die Mahnwache der Berliner Hebammen statt. 40 Hebammen und Eltern haben dort ihren Protest schweigend zum Ausdruck gebracht.
" Es ist bereits alles gesagt worden. Die finanzielle Situation der Hebammen ist inakzeptabel. Ein wirtschaftliches Arbeiten für freiberufliche Hebammen ist mit der derzeit gültigen Vergütungsvereinbarung nicht gewährleistet. Deswegen stehen wir heute hier und schweigen einfach", so die Vorsitzende des Berliner Hebammenverbandes, Ulrike von Haldenwang.
Auf Plakaten und Schildern war allerdings deutlich zu erkennen, worum es den Hebammen und Eltern geht:
Für die Sicherstellung der Wahlfreiheit des Geburtsortes
Für den Erhalt der Hebammenhilfe in Deutschland
Für angemessene Arbeitsbedingungen. In einem Beruf von Frauen
für Frauen und ihre Familien
Ohne Hebammen nimmt das Leben einen bösen Anfang
Auf den Anfang kommt es an
Wir wollen eine Hebamme, die von ihrer Arbeit leben kann
Hebammenarbeit = Prävention = Kostensenkung
Ulrike v.Haldenwang, Vorsitzende
06.08.2010
Hebammenberuf geht die Spree runter
Tagesspiegel 05.08.2010: Hebammen demonstrieren auf der Spree
Bootsausflug als Protest: Statt Wimpeln flatterten am Mittwoch Strampelanzüge auf vier Schiffen auf der Spree. 60 Hebammen und Eltern schipperten vom Landwehrkanal zum Regierungsviertel, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Berufsstand der Hebammen bedroht sei. Seit dem 1. Juli müssen sie für ihre vorgeschriebene Berufshaftpflichtversicherung fast doppelt so viel zahlen wie vorher: rund 3700 Euro im Jahr.
Laut Hebammenverband verdienen die Geburtshelferinnen rund 14 000 Euro im Jahr. Durch die Erhöhung lohnten sich für freiberufliche Hebammen Geburten nicht mehr. Viele würden jetzt nur noch Vor- und Nachsorge anbieten. So müssen sie weniger für die Versicherung zahlen.
„Wir sind seit Jahrzehnten unterbezahlt. Aber jetzt kracht alles zusammen“, sagt Ulrike von Haldenwang, Vorsitzende des Berliner Hebammenverbandes. Der Verband fordert eine bessere Bezahlung. „Aber weder Krankenkassen noch Politik fühlen sich dafür zuständig“, sagt Ulrike von Haldenwang. Verhandlungen mit den Krankenkassen seien zu Beginn des Jahres gescheitert. Eine unabhängige Schiedsstelle hat zwar gerade den Hebammen eine Erhöhung zugesichert. Doch damit ist der Verband nicht zufrieden. „Eine absolute Katastrophe“ nennt von Haldenwang die Entscheidung. „ Für eine Hausgeburt sind das nur vier Euro netto mehr.“ Der Verband fordert, dass die Hebammen über einen „steuerfinanzierten Fonds für Heilberufe“ unterstützt werden.
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07.07.2010
Pressemeldung zum 05.07.2010
Die Entscheidung der Schiedsstelle ist eine bittere Enttäuschung für alle geburtshilflich tätigen Hebammen
Am 5. Juli ist die Entscheidung der Schiedsstelle gefallen. Für eine Beleggeburt bekommt eine Hebamme zukünftig 8 Euro mehr, für eine Hausgeburt 100 Euro. Die bereits im Januar angebotene Gebührenerhöhung von 1,54% bleibt davon unberührt.
Die Einberufung der Schiedsstelle war nötig geworden, weil im März die Gebührenverhandlungen zwischen den Hebammenverbänden und den Spitzenverbänden der Krankenkassen gescheitert waren.
Wegen der dramatisch gestiegenen Haftpflichtprämien haben bereits 10% aller freiberuflichen Hebammen, die Geburtshilfe anbieten, zum 1. Juli ihre Verträge gekündigt. Diejenigen Hebammen die darauf gehofft hatten, durch eine angemessene Gebührenerhöhung für ihre Leistungen die gestiegenen Haftpflichtprämien zu kompensieren, sind durch die Entscheidung der Schiedsstelle bitter enttäuscht worden. „Wenn es uns nicht gelingt eine realistische Perspektive für die freiberuflich tätigen Kolleginnen zu entwickeln, werden noch viele die Geburtshilfe aufgeben“, so die Präsidentin des deutschen Hebammenverbandes Martina Klenk.
„Es ist so unglaublich enttäuschend, dass sich die Ökonomen am Verhandlungstisch nicht auf die besondere Arbeitssituation der freiberuflich tätigen Hebammen einlassen konnten. Anders als ein Handwerker, können Hebammen nicht einfach ihre Gebührensätze anheben, um damit steigende Nebenkosten abzufangen. Obwohl freiberuflich tätig, sind Einnahmen der freiberuflichen Hebammen durch die Krankenkassen festgezurrt. Unsere Hoffnung richtet sich nun an die Politik. Parlamentarier auf Landes- und Bundesebene haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Letzte Woche hat die Gesundheitsministerkonferenz einstimmig die Bundesregierung dazu aufgefordert das Versorgungsangebot durch Hebammen sicher zu stellen. Auch Familienministerin Frau Schröder hat in einem Interview auf die besondere Rolle der Hebammen im Kontext einer modernen Familienpolitik hingewiesen. Jetzt hoffen wir, dass diesen Worten Taten folgen und eine gute flächendeckende, geburtshilfliche Versorgung nicht einem falschen Sparzwang zum Opfer fällt“, so die Präsidentin abschließend.
29.06.2010
Pressemeldungen zum 28.06.2010
Berlin (pressrelations)
Bundesregierung lässt Hebammen im Stich
"Die Bundesregierung bleibt vollkommen tatenlos angesichts der Probleme der Hebammen, ihren Beruf bei angemessener Bezahlung flächendeckend auszuüben", erklärt Martina Bunge zur heutigen öffentlichen Sitzung des Petitionsausschusses. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:
"Derzeit sehen sich viele Hebammen gezwungen aufzuhören. Allein circa 600 von circa 4000 in der unabhängigen Geburtshilfe Tätigen werden nach Aussagen vom Deutschen Hebammenverband zum Juli 2010 ganz aufhören oder keine Geburtshilfe mehr leisten. Auch zahlreiche Geburtshäuser werden schließen. Die Bundesregierung sieht jedoch keinen Handlungsbedarf. Das Verfahren zur Honorierung sei gut geregelt und falls das Schiedsverfahren im August 2010 keine angemessene Honorierung der Hebammen ergäbe, könnten diese ja klagen. Das ist mehr als zynisch. Wir brauchen ein Gipfeltreffen aller Zuständigen für eine sofortige Lösung. DIE LINKE wird nicht locker lassen und mit ihrem Antrag (Drs. 17/2128) weiter Druck auf die Regierung ausüben."
Ingrid Remmers, Obfrau im Petitionsausschuss der Fraktion DIE LINKE, ergänzt:
"Die Petentin und ihre Unterstützerinnen haben den Abgeordneten und den Vertretern der Ministerien glasklar vor Augen geführt, dass sich die Regierung für eine Lösung bei den festgefahrenen Verhandlungen zwischen Krankenversicherungen und Hebammenverbänden einsetzen muss. Es kann nicht sein, dass gestiegene Berufshaftpflichtprämien nicht durch eine entsprechend steigende Vergütung ausgeglichen werden. Wer wie die Petentin rund 200.000 Unterschriften innerhalb von zehn Wochen sammelt, hat ein ernsthaftes Anliegen. Es ist peinlich für die Regierung, dass sie seit Monaten von dem Problem weiß, aber auch in einer öffentlichen Ausschusssitzung keine Lösung anzubieten hat."
Ärzteblatt.de
Ministerin Schröder für Entlastung von Hebammen
Dortmund – Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) unterstützt die Forderung der Hebammen in Deutschland nach besserer Bezahlung. „Hebammen leisten eine unverzichtbare Hilfe für junge Eltern und ihre Neugeborenen“, sagte Schröder (CDU) den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ vom Montag.
„Auf diese Hilfe können, dürfen und wollen wir nicht verzichten.“ Sie hoffe, „dass das laufende Schiedsverfahren zwischen den Hebammen und der gesetzlichen Krankenversicherung ein Ergebnis bringen wird, mit dem den Hebammen – und damit allen jungen Familien in unserem Land – geholfen ist“.
Hintergrund sind die rasant gestiegene Prämien der Berufshaftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen, die nach Einschätzung der Berufsverbände eine wirtschaftlich rentable Geburtshilfe nicht mehr zulassen. Die Jahresprämie hat sich seit 1992 mehr als verzehnfacht, auf bisher 2.370 Euro. Ab Juli soll die Prämie auf 3.689 Euro steigen.
Berlin: (hib/HAU/BOB)
Gesundheitsministerium sieht keinen gesetzlichen Handlungsbedarf bei Hebammenvergütung
Eine Verbesserung der Vergütungssituation von Hebammen ist auch nach derzeit geltender Rechtslage erreichbar. Das machte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium Daniel Bahr (FDP) am Montagnachmittag vor dem Petitionsausschuss deutlich. Der Grundsatz des Beitragssatzsicherungsgesetzes widerspräche keineswegs dem Anliegen, die Vergütungssituation der Hebammen zu verbessern, sagte Bahr. Bei den Verhandlungen zwischen Hebammen und Krankenkassen müsse der Anstieg der Prämien für die Haftpflichtversicherung von freiberuflichen Hebammen Berücksichtigung finden. ”Aus Sicht des Bundesgesundheitsministeriums bedarf es insoweit keiner Gesetzesänderung“, betonte Bahr. Er äußerte zugleich die Hoffnung, dass im aktuellen Schiedsverfahren möglichst schon Anfang Juli eine für Kassen und Hebammen akzeptable Lösung gefunden werde.
Grundlage der Diskussion im Petitionsausschuss war eine von der Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, Martina Klenk, eingebrachte Petition, in der festgestellt wurde, dass steigende Haftpflichtprämien und eine unzureichende Vergütung die Hebammen zum Aufgeben der Geburtshilfe zwängen. Dadurch könne die flächendeckende Versorgung ebenso wie die Wahlfreiheit der werdenden Mütter, wo und wie sie ihr Kind gebären möchten, nicht mehr sichergestellt werden. Mehr als 106.000 Personen hatten die E-Petition im Internet mit gezeichnet.
Klenk zeigte sich vor dem Ausschuss erfreut über die große Unterstützung in der Bevölkerung für die Forderung ihres Verbandes an die Politik, ”Sofortmaßnahmen“ zu ergreifen, um diese Entwicklung zu stoppen. Eine Steigerung der Haftpflichtprämie für das Berufsrisiko Geburtshilfe auf 3.689 Euro ab 1. Juli 2010 bei einem durchschnittlichen Jahresrealeinkommen von etwa 14.000 Euro sorge laut Klenk dafür, ”das sich der Beruf nicht mehr lohnt“. Der Deutsche Hebammenverband fordere daher, einen ”steuerfinanzierten Fonds für Heilberufe“ einzurichten. Geburt und Schwangerschaft seien schließlich ”keine Krankheiten“. Daher sollten nicht die Krankenkassen für die Leistungen einer Hebamme aufkommen.
Abgeordnete aller Fraktionen dankten der Petentin dafür, die prekäre Situation der Hebammen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt zu haben. Die Unionsfraktion forderte, alles zu tun, um die Wahlfreiheit für Frauen bei der Geburt zu erhalten. Zugleich wurde infrage gestellt, ob es denn eine ”Chancengleichheit“ bei den Verhandlungen zwischen Hebammen und Krankenkassen gebe. Auch aus Sicht der SPD-Fraktion stehe die Wahlfreiheit auf dem Spiel. Allein seine Hoffnungen darauf zu setzen, dass im Schiedsverfahren eine baldige Lösung gefunden werde, reicht aus Sicht der SPD jedoch nicht aus. Daher wurde angeregt, bei einem ”schlechten Ergebnis“ für die Hebammen doch über einen ”Steuerfonds“ nachzudenken. Diesem Ansinnen steht der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Hartmut Koschyk (CDU), kritisch gegenüber. Ein solcher Fonds könne nicht isoliert betrachtet werden, sondern müsse, ”wenn er den zustande käme“, innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung ”organisiert und finanziert“ werden.
Gegen die Forderung von Grünen- und Linksfraktion nach einem ”Runden Tisch“ wandte sich Gesundheitsstaatssekretär Bahr. Allein schon da man keinen fachlichen Einfluss auf die Schiedsstelle nehmen wolle, wäre dieser ein ”falsches Signal“. Zudem habe Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) mit allen beteiligten Parteien schon ”intensive Gespräche“ geführt.
>> Stellungnahme Bündnis 90 Die Grünen
12.02.2010
außerklinischen Qualitätssicherung - QUAG
Geplante Hausgeburten - sicher und kostengünstig
Der Qualitätsbericht zur außerklinischen Geburt belegt dies eindrucksvoll. Bedenken gegenüber Hausgeburten sind unbegründet! Die Gesellschaft für Qualitätssicherung in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG e.V.) räumt mit alten Vorurteilen auf.
Seit 1999 dokumentiert und evaluiert QUAG außerklinische Geburten in Deutschland und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Die Analysen der seit 1999 erfassten ca. 85 000 Geburten beweisen hohe Qualitätsstandards und die Sicherheit geplanter Hausgeburten. Der Qualitätsbericht belegt, dass die Rate medizinischer Interventionen deutlich niedriger ist, als bei geplanten Geburten im Krankenhaus. Das gleiche gilt auch für die kindliche und die mütterliche Mortalität. Während der letzten 10 Jahre verstarb nur eine Mutter, während dies im Krankenhaus pro 23 000 Geburten einmal zutrifft.
>> Hier komplette Pressemitteilung (Februar 2010) downloaden.
In regelmäßiger Folge werden die Ergebnisse der bundesweiten Untersuchung über Geburten zu Hause, in hebammengeleiteten außerklinischen Einrichtungen und in Arztpraxen vorgestellt.
Publikationen hierzu finden Sie im Internet unter www.quag.de zum Download oder Lesen. Die Entstehungsgeschichte der außerklinischen Qualitätssicherung ist ebenfalls unter www.quag.de nachzulesen.
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Jahr
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Geborene Kinder
in Deutschland incl. Verlegungen, Zwillinge und Todgeburten |
Davon in Krankenhäusern geborene Kinder incl. Verlegungen, Zwillinge und Todgeburten
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Differenz aus Spalte 2 und 3 (Annahme: nicht erfasste Klinikgeburten sind außerklinische Geburten)
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Dokumentierte, außerklinisch geborene Kinder incl. außerklinisch geborene Zwilling und Todgeburten
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1999
|
773.862
|
763.669
|
10.193 = 1,32%
|
7.433 = 72,9%
|
|
2000
|
770.053
|
759.488
|
10.565 = 1,37%
|
7.644 = 72,4%
|
|
2001
|
737.360
|
727.315
|
10.045 = 1,36%
|
8.266 = 82,3%
|
|
2002
|
721.950
|
711.458
|
10.492 = 1,45%
|
8.238 = 78,8%
|
|
2003
|
709.420
|
699.795
|
9.625 = 1,36%
|
8.586 = 88,8%
|
|
2004
|
708.350
|
695.885
|
12.465 = 1,79%
|
8.715 = 69,9%
|
|
2005
|
688.282
|
675.688
|
12.594 = 1,83%
|
8.640 = 68,6%
|
|
2006
|
675.144
|
663.979
|
11.165 = 1,65%
|
8.351 = 74,8%
|
|
2007
|
687.233
|
675.892
|
11.341 = 1,65%
|
8.221 = 72,5%
|
|
2008
|
684.926
|
674.751
|
10.175 = 1,48%
|
8.326 = 81,8%
|
(Quelle für Spalte 2 und 3: Statistisches Bundesamt, Quelle für Spalte 5: Datenerhebung QUAG e.V., die Zahlen der Geburten und Klinikgeburten aus 2008 vom dem statistischen Bundesamt liegen noch nicht vor.)
